1. Keine Anlageberatung
OptionFinder ist eine Analyse- und Informationsplattform. Sämtliche Inhalte (Scanner, Scores, Dashboards, Glossar, Blog-Artikel, Videos) dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Anlagevermittlung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Wertpapiere, Optionen oder andere Finanzinstrumente dar.
Es werden keine individuellen Empfehlungen ausgesprochen. Jede Handelsentscheidung erfolgt eigenverantwortlich. Vor einer Investitionsentscheidung sollte gegebenenfalls unabhängiger, qualifizierter Rat (z.B. von einem zugelassenen Anlageberater oder Steuerberater) eingeholt werden.
2. Allgemeine Marktrisiken
Wertpapiere und Derivate unterliegen Kursschwankungen. Historische Kursentwicklungen, Rückrechnungen oder Score-Werte sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Märkte können jederzeit volatil werden — etwa durch unerwartete wirtschaftliche, politische oder geopolitische Ereignisse.
3. Spezifische Risiken des Optionshandels
3.1 Totalverlust-Risiko bei Long-Positionen
Gekaufte Optionen (Long Calls, Long Puts) können wertlos verfallen. In diesem Fall ist die gezahlte Prämie vollständig verloren.
3.2 Assignment-Risiko bei Stillhalter-Strategien
Verkaufte Optionen können vom Optionsnehmer vorzeitig ausgeübt werden (Assignment). Daraus können unerwartete Aktien-Lieferverpflichtungen oder Kapitalabflüsse entstehen:
- Bei einem Cash-Secured Put kann die Lieferung der Aktien zum Strike-Preis erfolgen — auch wenn der aktuelle Marktkurs deutlich darunter liegt.
- Bei einem Covered Call kann die zugrundeliegende Aktie zum Strike abgerufen werden — auch wenn der Marktkurs deutlich höher steht (entgangene Kursgewinne).
3.3 Risiken bei Spread-Strategien
Multi-Leg-Strategien wie Bull Put Spreads, Bear Call Spreads oder Iron Condors haben begrenzte, aber nicht triviale Maximalverluste, die vor Trade-Eröffnung bekannt sein müssen. In ungünstigen Marktphasen kann das Verlustpotenzial die zuvor vereinnahmte Prämie deutlich übersteigen.
3.4 Ungedeckte (naked) Short-Positionen
Der Verkauf ungedeckter Optionen (insbesondere Naked Calls) birgt ein theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko. OptionFinder bildet solche Strategien ab, empfiehlt sie aber nicht. Wer solche Positionen eingeht, sollte die Mechanik vollständig verstehen und über ausreichende Risikotragfähigkeit verfügen.
3.5 Liquiditätsrisiko
Nicht alle Optionsketten sind gleich liquide. Bei eng gehandelten Optionen können Spreads zwischen Bid und Ask so weit sein, dass ein Positionsausstieg zu gewünschten Preisen nicht möglich ist. OptionFinder-Filter helfen, liquide Kandidaten zu finden — ersetzen aber keine eigene Prüfung.
3.6 Pin-Risiko & Verfallstag
Am Verfallstag kann der Kurs nahe am Strike notieren. Dadurch ist unsicher, ob eine Option ausgeübt wird oder nicht — das sogenannte Pin-Risiko. Automatische Ausfuhr durch den Broker kann zu unerwarteten Folgepositionen führen.
4. Währungs- und Übersee-Risiken
Ein Großteil der bei OptionFinder abgedeckten Instrumente wird in US-Dollar gehandelt. Bei einem in Euro geführten Konto entstehen zusätzliche Währungsrisiken: Kursgewinne in USD können durch einen schwächeren Dollar reduziert oder aufgehoben werden.
5. Steuerliche Risiken
Optionsgeschäfte werden in Deutschland steuerlich komplex behandelt. Insbesondere die Regeln zur Verlustverrechnung bei Termingeschäften haben sich in der Vergangenheit mehrfach geändert. Eine steuerlich sinnvolle Strategie kann durch Gesetzesänderungen nachteilig werden. OptionFinder gibt keine steuerliche Beratung. Für individuelle Fragen bitte einen Steuerberater konsultieren.
6. Technische Risiken
Die Plattform ist auf höchstmögliche Verfügbarkeit ausgelegt, dennoch können temporäre Störungen nicht ausgeschlossen werden (Wartungsfenster, Server-Ausfälle, Datenanbieter-Probleme, Verbindungsabbrüche zur Trader Workstation). Insbesondere bei Order-Routing über die TWS-Bridge besteht die Möglichkeit, dass Orders nicht oder verzögert übertragen werden. Kritische Orders sollten stets auch direkt in der Trader Workstation kontrolliert werden.
7. Datenqualität & Modell-Risiken
Die in OptionFinder verwendeten Daten stammen von externen Datenanbietern. Fehlerhafte, verzögerte oder unvollständige Lieferungen können trotz sorgfältiger Prüfung zu falschen Score-Werten oder irreführenden Darstellungen führen. Scores und Kennzahlen sind algorithmisch berechnete Orientierungshilfen, keine Wahrheiten — ein hoher Score ist weder eine Kaufempfehlung noch eine Erfolgsgarantie.
8. Eignung und Kapitalausstattung
Der Optionshandel eignet sich nicht für jeden Anleger. Voraussetzungen für eine sinnvolle Nutzung sind insbesondere:
- Grundverständnis der Mechanik von Optionen (Strike, Laufzeit, Delta, Assignment)
- Ausreichende Kapitalausstattung, um Margin-Anforderungen und Verlustphasen durchzustehen
- Emotionale Belastbarkeit in Drawdown-Situationen
- Bereitschaft, sich kontinuierlich mit Märkten und der eigenen Strategie zu beschäftigen
9. Backtest- und Simulationsrisiken
Historische Auswertungen, Backtest-Ergebnisse und Roll-out-Simulationen sind vergangenheitsbasiert und enthalten strukturelle Verzerrungen (Survivorship Bias, Look-Ahead Bias, idealisierte Liquiditäts- und Ausführungsannahmen). Sie können reale Ergebnisse systematisch überzeichnen.
10. Eigenverantwortung
Jede Handelsentscheidung liegt ausschließlich in der Verantwortung des handelnden Nutzers. OptionFinder übernimmt keinerlei Haftung für finanzielle Verluste, die aus der Nutzung der Plattform, der TWS-Anbindung oder dem Handel auf Basis der dargestellten Daten entstehen.
Stand: April 2026